Einen Roman schreiben

Einen Roman schreiben

Was ist ein Roman?
Ein Roman ist letztendlich eine in epischer Breite angelegte Erzählung. Im Roman gibt es immer einen Helden/eine Heldin (den Protagonisten) der in seiner Auseinandersetzung mit seiner Umwelt gezeigt wird. Es kommt zu einem Konflikt, der Konflikt weitet sich aus, spitzt sich zu, und es kommt auf dem Höhepunkt des Konflikts zu einer Lösung.

Bauformen des Erzählens
Episch breites Erzählen ist gar nicht so einfach. Soll man an einem bestimmten Punkt anfangen und linear, also chronologisch, erzählen, gewissermaßen von der Geburt bis zum "heutigen Tag"?
Oder erzählt man eher episodisch, in konzentrischen Kreisen, korrelativ, verzweigt, verästelt?

Die zweite Bauform des Erzählens hat den Vorteil, dass man Schwerpunkte setzen kann: interessante oder originelle Ereignisse oder Episoden werden breit dargestellt, andere können vernachlässigt werden. Und auf diese Weise strukturiert und gewichtet man seine Inhalte.

Der Point-of-View oder der Standpunkt
Eine weitere Frage, die man sich als Erzähler stellen muss, ist jene nach dem Standpunkt, den der Erzähler einnimmt: Ist er gewissermaßen auf Augenhöhe mit den anderen Personen?
Oder erzählt er aus einer gewissen zeitlichen und räumlichen Distanz?
Oder steht er gleichsam wie auf einem Turm und betrachtet das ganze Geschehen von oben herab?
Wenn eine Erzählperspektive konsequent eingehalten ist, verändert sich dadurch die Qualität der Erzählung ganz erheblich.
Erzählte Zeit und Erzählzeit
Und noch ein weiterer Punkt ist ganz entscheidend: nämlich die Frage, wie sich erzählte Zeit und Erzählzeit zueinander verhalten. Gemeint ist damit, dass beispielsweise ein ganzes Jahrzehnt mit wenigen Sätzen erzählt werden kann, eine Woche dagegen oder auch nur ein Tag mehrere Seiten lang oder ein ganzes Kapitel füllen kann. Bei einer spannenden Erzählung wechselt das Verhältnis von Erzählzeit zu erzählter Zeit in einem wohldurchdachten Rhythmus.
Durch das Raffen von Ereignissen, dem Weglassen bestimmter Geschehnisse und dem Verweilen und dramatischen Ausbau gewisser Episoden akzentuiert der Erzähler seine Geschichte. Sie hebt sich damit deutlich ab von einer oft ermüdenden Form des blanken chronologischen Erzählens.

Es lohnt sich, auch immer wieder einmal einen Blick auf die Bestsellerlisten zu werfen, um zu sehen, was Menschen zurzeit lesen.