Gedichte schreiben

Verdichtete Erfahrung: das Gedicht

Die Zeiten, in denen man seine Gefühle in Form eines einfühlsamen Gedichts zum Ausdruck brachte, die sind anscheinend ein für alle Mal vorbei. Gedichtbände werden nur noch ganz selten publiziert. Mit anderen Worten: Es gibt offensichtlich keinen (Buch-)Markt mehr für Gedichte.
Wer macht sich noch die Mühe, sich mit einem Gedicht zu beschäftigen, es nicht nur schnell zu lesen, sondern seine vielschichtigen Bedeutungsebenen herauszuarbeiten? Dennoch scheint es ein wachsendes Interesse an Gedichten zu geben. Das jedenfalls suggeriert der Gedichtmarktplatz im Internet.
Schnelllebige Zeiten sind für Gedichte kontraproduktiv. In einem hektischen Milieu kann weder ein vernünftiges Gedicht entstehen noch kann es angemessen aufgenommen und verstanden werden. Dazu fehlt den Menschen offenbar weitgehend die Zeit. Aber selbst wenn man die Zeit hätte, könnte man das Problem nicht einfach lösen. Denn um ein Gedicht richtig zu verstehen und es zu sinnvoll zu interpretieren, muss man verschiedene Interpretationsmethoden kennen, aber auch Erfahrung ist dazu notwendig. Dies alles bekommt man nur, wenn man sich mit Gedichten beschäftigt.
Gedichtformen
Das Gedicht ist meistens in Versform geschrieben. Man nennt das auch eine "gebundene Rede" (im Gegensatz zur Prosa). Heute ist die Bezeichnung mehr und mehr ungenau. Es gibt viele unterschiedliche Gedichtformen, von der Ballade bis hin zum Liebesgedicht. Im klassischen Sinn ist das Gedicht eine Form der Lyrik.

Lyrik
Der Begriff Lyrik kommt aus dem Altgriechischen (lyra) und bedeutet Leier. Damit ist die Nähe zum Lied bereits ausgesagt. Lyrik ist sozusagen ein Text, der mit der Lyra begleitet, also gesunden wurde. Die Lyrik ist somit die Ursprungsform der Dichtung. Der Formenreichtum der Lyrik ist unermesslich. Und die Inhalte lyrischer Dichtung sind oft sehr subjektiv.

Gattungsformen und Formelemente der Lyrik
Zu den Gattungsformen der Lyrik zählen die Ode, die Elegie, die Hymne, das Sonett und die Ballade.
Formelemente der Lyrik sind Rhythmus, Metrum, Vers, Reim und Strophe.
Einteilungskriterien der Lyrik sind ihre jeweiligen Inhalte, z. B. Liebeslyrik, Spottlieder, das Volkslied, das Epigramm oder die Elegie u.v.m.