Die Vermarktung

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Die Vermarktung

Der leidige, aber notwendige Blick aufs Geld

Viele Menschen würden die Frage nach den Kosten am liebsten ausklammern, wenn es um ihr eigenes Buch geht. Leider ist dies aber nicht möglich, da jede Dienstleistung verständlicherweise auch Geld kostet. Für einen Publikumsverlag zum Beispiel, der sich mit seinem Buchprogramm an eine breite Käuferschicht wendet, ist die betriebswirtschaftliche Seite Voraussetzung für die gesamte editorische Aktivität. Denn nur wenn sich der Verleger mit der Veröffentlichung des Buches entsprechende Marktchancen verspricht, wird er das Buch auch realisieren.

Marktdurchdringung
Man spricht dabei von der Marktdurchdringung, d.h., dass das Buch in jeder Buchhandlung vorrätig ist. Dies ist aber nur bei Büchern der Fall, die wirklich verkauft werden. Marktdurchdringung erreichen stets Titel von internationalen Spitzenautoren wie Stephen King, der auch unter dem Pseudonym John Swithen oder Richard Bachmann publiziert, oder Danielle Steel, die mit weltweit ca. 600 Millionen verkauften Exemplaren zu den erfolgreichsten Autoren der Welt gehört.
In diesem Zusammenhang spielen die verschiedenen Bestsellerlisten in den Zeitschriften und Magazinen eine ganz große Rolle, aber auch die Verkaufsränge bei den großen Internetanbietern, wie Weltbild.de oder Amazon.de. Diese Instrumente sind gewissermaßen Multiplikatoren des Erfolgs. Titel in den Bestsellerlisten zeugen vom Massengeschmack. Was viele Menschen lesen/kaufen, kann nicht schlecht sein.

Einen neuen Autor durchsetzen
Wesentlich schwieriger jedoch ist es, einen unbekannten Autor aufzubauen, d. h., ihn in der Öffentlichkeit bekannt zu machen. Dazu gibt es verschiedene Instrumentarien, wie beispielsweise Anzeigen in Zeitungen und Zeitschriften, Anzeigen in der Branchenpresse, Buchbesprechungen in den Kulturseiten der großen Tageszeitungen. Autorenveranstaltungen und Messetermine und vor allem soziale Netzwerke, wie Facebook etc.
Diese Werbemaßnahmen sind aber immer mit sehr viel Engagement und hohen Kosten verbunden. Und dennoch können alle Werbe- und [LINK1] zusammen das Risiko eines finanziellen Misserfolgs (eines Flops) nicht zwingend ausschalten.

Ein wichtiges Argument, einen unbekannten Autor am Markt durchzusetzen, ist die Erwartung von Seiten des Verlages, dass es sich bei dem Buch nicht nur um einen Einzeltitel handelt, sondern dass der Autor weitere Bücher verfassen wird. Dann lohnen sich die Marketinganstrengungen für den Verlag eher.

Die effektivste Werbung
Die effektivste Werbung passiert heute aber unbestritten im Fernsehen und im Internet, in Blogs etc. Bei Büchern, die in einer Fernsehsendung besprochen werden, erhöhen sich die Absatzchancen um ein Vielfaches.


Glücksfälle der Vermarktung

Es gibt (Buch-)Fälle, da dümpelt ein Titel mit 800 bis 1.200 verkauften Exemplaren pro Jahr vor sich hin. Plötzlich entdeckt ein Fernsehredakteur den Autor als Spezialisten für den im Buch behandelten Inhalt. Der Autor wird von dem Redakteur zu einer Fernsehsendung eingeladen. Danach entdecken ihn die Feuilletons diverser Magazine, Zeitschriften und das Internet. Es erscheinen Interviews von ihm, es gibt kurze Radiosendungen etc. Und innerhalb eines halben Jahres explodiert gewissermaßen der Absatz des Buches, und der Verlag verkauft 300.000 Exemplare und mehr innerhalb nur weniger Monate. Von da an ist der Autor eine feste Größe im Verlag.

Wider die Normalität
Solche Fälle sind jedoch selten. Im Normalfall dauern die Aufbaubemühungen eines bestimmten Autors durch den Verlag sogar einige Jahre. Aber den allermeisten Autoren ist es gar nicht möglich, in jedem Herbst (also zur Buchmesse) mit einem Bestseller aufzuwarten. Und viele Menschen denken gar nicht daran, ein zweites Buch zu schreiben, wenn sie für ihr erstes Buch noch gar keinen Verlag gefunden haben.

Damit setzt man sich in der Regel erst auseinander, wenn das erste Buch gut untergekommen ist und sich im Verlag auch einigermaßen gerechnet hat (d.h., Erfolg hatte).