Bevor ein Text in Druck geht, wird er Korrektur gelesen, und zwar nicht von irgend jemand, normalerweise auch nicht von einem Studenten der Germanistik – weil man im Germanistikstudium das Korrekturlesen nicht lernt -, sondern von einem Korrektor, der dieses „Handwerk“ auch beherrscht.

Aus meiner langjährigen Erfahrung im Verlag weiß ich, dass zwar viele Menschen Korrektur-Leistungen anbieten, dass es aber gar nicht so viele gibt, die das Korrigieren auch beherrschen.

Leider scheint heute in vielen Verlagen auf eine korrekte Schreibweise nicht mehr so viel Wert gelegt zu werden.

Manche glauben auch, unsere Korrekturprogramme seien mittlerweile so gut, dass man sich einen akribischen Korrektor sparen könne. Das merkt man dann den Texten an, und der Vielleser ärgert sich bis zur Weißglut, weil zum Beispiel durch eine falsche oder vernachlässigte Zeichensetzung ein Satz zwei- oder dreimal gelesen werden muss, bis man den Sinn entschlüsselt hat.

Wie Korrekturen aussehen können, zeigt die abgebildete Seite:
Wenn der Text Korrektur gelesen ist, führt das Satzbüro die Korrekturen aus.

Dann wird der Text erneut dem Korrektor oder dem Lektor/Redakteur vorgelegt, der den Text revidiert, wie es im Fachjargon heißt: Er vergleicht also, ob die Korrekturen vom Satzbüro ordentlich ausgeführt wurden und ob vielleich sogar beim Korrekturgang neue Fehler entstanden sind (oft ändert sich durch die Korrekturen der Zeilenfall, und es entstehen neue Trennungen, die unbedingt kontrolliert werden sollten).

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