Was bedeutet den "Satz" erstellen?

Unter Satz versteht man das Setzen eines Textes mit Buchstaben (früher: Lettern) mit der Hand (Bleisatz) oder mit der Maschine (Maschinensatz).

Heute wird der Satz mit Hilfe verschiedener Satzprogramme auf dem Computer digital erstellt.

Etymologisch ist Satz der Ort, an dem etwas gesetzt ist, es meint also die Stellung, die Lage.

Typografisch wird etwas zusammengesetzt, Buchstaben werden zu Wörtern und ganzen Sätzen zusammengefügt.
Der Satz ist insofern also ein Teilerzeugnis für den Druck, die so genannte Vorstufe zum Druck. Nach Fertigstellung des Satzes wird mit dem Computer ein PDF erstellt (Portable Document Format, transportables Dokumentenformat), mit dem dann der Text gedruckt werden kann. Soviel und in aller Kürze zur technischen Seite.

Satz und Satz ist aber nicht das gleiche. Bevor der Text gesetzt werden kann, muss das Format des Buches feststehen, dann wird das Verhältnis von Seitengröße zum Satzspiegel festgelegt, ferner die Schrift (grundsätzlich: soll es eine Antiqua oder eine Groteskschrift sein?), aus der der Text gesetzt werden soll, die Zeilenbreite, der Zeilenabstand, bei bebilderten Werken die Platzierung der Bilder, die Schriftgröße und vieles mehr.

Diese hier nur kursorisch angedeuteten Fragen sind ganz entscheidend. Und sorgfältige Lektoren und Hersteller in den Verlagen setzen sich intensiv mit diesen Fragen auseinander. Denn: Nicht jede Schrift passt zu jedem Druckerzeugnis. An der Gestaltung eines Buches lässt sich nämlich sehr leicht feststellen, ob man sich dazu Gedanken machte oder nicht.

Zu einem gut gestalteten Buch greift man – ohne es zu reflektieren – lieber, als zu einem hingeschluderten Buch.
Vielleicht hat man sich sogar Gedanken dazu gemacht, wusste es aber nicht besser.

Ich kann zur Frage der Gestaltung eines Buches nur empfehlen, den einen oder anderen Aufsatz Jan Tschicholds zu lesen, dem bedeutendsten Typografen nach 1945. Gute Typografie steht im Dienst der Inhalte. Daher braucht jedes Textgenre eine adäquate Form.

An dieser Frage scheiden sich oft lesefreundliche Ausstattung von Marktinteressen und Unkenntnis (oder Ignoranz). Denn: Nicht jedes Wollen wird zum Können!

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