Wirtschaftsbosse
Wirtschaftliche Krisen verlangen richtige Krisenmanager.
Viele unserer Wirtschaftsbosse jedoch sind ausschließlich efolgsverwöhnt und daher nicht in der Lage, sich in Zeiten des wirtschaftlichen Abschwungs oder der Rezession Hilfe zu holen. Sie umgeben sich lieber mit Betriebswirten, die Excel-Tabellen ausfüllen und jedes Problem an Hand einer betriebswirtschaftlichen Kurve exakt darstellen können.
In solchen Szenarien haben Kreativität, Gespräche, das Zuhören oder gar ein Risiko keinen Platz. Gerade Risiken sollen ja mit Hilfe der Excel-Tabellen-Ergebnisse vermieden werden.
Da darf man sich dann ernsthaft fragen, wer eigentlich der Entscheider in einem Unternehmen ist: Der Chef des Unternehmens oder der Excel-Tabellen-Ergebnisse-Verbreiter.
Bei einem Gespräch könnten ja neue und durch keine betriebswirtschaftliche Analyse abgedeckte Richtungen im Unternehmen entstehen. Und das muss man mit der gesamten zur Verfügung stehenden Energie vermeiden.
Schon arg, so etwas, wie ich finde.
Viele unserer Wirtschaftsbosse jedoch sind ausschließlich efolgsverwöhnt und daher nicht in der Lage, sich in Zeiten des wirtschaftlichen Abschwungs oder der Rezession Hilfe zu holen. Sie umgeben sich lieber mit Betriebswirten, die Excel-Tabellen ausfüllen und jedes Problem an Hand einer betriebswirtschaftlichen Kurve exakt darstellen können.
In solchen Szenarien haben Kreativität, Gespräche, das Zuhören oder gar ein Risiko keinen Platz. Gerade Risiken sollen ja mit Hilfe der Excel-Tabellen-Ergebnisse vermieden werden.
Da darf man sich dann ernsthaft fragen, wer eigentlich der Entscheider in einem Unternehmen ist: Der Chef des Unternehmens oder der Excel-Tabellen-Ergebnisse-Verbreiter.
Bei einem Gespräch könnten ja neue und durch keine betriebswirtschaftliche Analyse abgedeckte Richtungen im Unternehmen entstehen. Und das muss man mit der gesamten zur Verfügung stehenden Energie vermeiden.
Schon arg, so etwas, wie ich finde.
2009-03-08 23:27:09 | einsortiert in: Thema 1
Kommentare hinzufügen
Kommentare zu diesem Beitrag
- Werbung -

Lieber Herr Pöllath, das ist leider so wie Sie schreiben, und nicht erst seit der jüngsten Wirtschaftskrise. Ich glaube, das Problem liegt darin, dass niemend mehr Entscheidungen wagt - sie könnten ja, wie vieles im Leben, falsch sein. Deshalb beschränkt (!) man sich auf Tabellen, Kurven und scheinbare Analysen. Zu dieser indezenten Selbstüberschätzung der BWLer fällt mir eine Anekdote ein, die der Philosophie-Prof William Warren Bartley III über seinen Freund Sir Karl Popper erzählt: Popper musste zum Arzt und schilderte seine Beschwerden. Der Doktor riet zu einer Reihe von Tests, denn die Medizin könne sich selbstverständlich nicht auf Vermutungen verlassen. Darauf Popper: "Was wollen Sie damit sagen, begreifen Sie denn nicht, dass die gesamte Medizin auf Vermutungen basiert?" Diese Bescheidenheit sollte jede Wissenschaft auszeichnen, und eine Disziplin wie die Betriebswissenschaft natürlich erst recht. Aber es kommt halt immer auf die Leute an … Und wir erinnern uns ja, dass vor etwa 15 Jahren auch in Verlagen allmählich der "Vertrieb" maßgebend wurde. Wo Redakteure und Autoren, selbst Verleger ;-) noch an Bücher dachten, dachten die Vertriebsleute an Produkte. Wohin das geführt hat, können wir in jeder großen Buchhandlung sehen: Es geht um Stapeltitel und modernes Antiquariat, und ein Autor, der im Regal landet,hat schon verloren. Denn dort suchen nur LeserInnen, die Bücher suchen, keinen Trend. Und damals fing es auch an, dass erfolgreiche Themen und Titel unablässig kopiert, neu verpackt, ein bisschen umgeschrieben und immer weiter "runtergebrochen" wurden. Bis von der Gästebewirtung nur noch das Serviettenfalten übrig blieb. Ich glaube, wir wundern uns gar nicht mehr, dass LeserInnen irgendwann mal diesen vertriebs- und betriebswirtschaftlichen Kapriolen nicht mehr folgen wollten und eben nicht mehr kauften. Die Schuld derjenigen, die Bücher schreiben, machen und lieben, ist das bestimmt nicht. Sicher, arg ist das alles schon. Doch wer sagt denn, dass es so bleiben muss? Fröhliche Autorinnen-Grüße schickt Ihnen Ihre Barbara Rias-Bucher